- Jacqueline Christ
- vor 2 Stunden
- 1 Min. Lesezeit
Heute war so ein Tag, der in einzelnen Sequenzen betrachtet völlig harmlos aussieht – aber in der Summe olympisches Niveau hat.
In der Praxis lief alles schräg. Nichts Dramatisches. Einfach viele kleine Dinge, die nicht rund laufen. Missverständnisse, Umstellungen, dieser Moment, in dem man merkt: Heute braucht alles doppelt so viel Energie.
Dann Zugverspätung. Natürlich.
Kinder zu spät abgeholt. Dieses unterschwellige schlechte Gewissen inklusive.
Und noch schnell beim Papi vorbeifahren, weil die extrem wichtigen Hausaufgaben, die selbstverständlich morgen gebraucht werden, noch dort liegen. Klar.
Endlich in der Wohnung angekommen. Um dann gleich zu merken: wir haben alles im Auto liegen gelassen. Meine Geduld wahrscheinlich auch.
Also wieder runter.
Als krönender Abschluss fällt mir noch ein Ohrstecker in den Abfluss. Und ich stehe da und denke nur: Ernsthaft jetzt?
Keines dieser Dinge ist schlimm. Nichts davon ist eine Katastrophe. Aber wenn sie sich stapeln, fühlt sich der Tag plötzlich an wie ein Hindernisparcours, für den man sich nie angemeldet hat.
Und genau das ist es doch oft im Mama-Alltag: Es ist nicht das eine grosse Drama. Es sind die vielen kleinen Dinge, die Energie ziehen. Die summieren. Die leise drücken.
Früher hätte ich mich über mich selbst geärgert. Heute lache ich irgendwann. Nicht sofort. Aber irgendwann.
Weil ich weiss: das ist Leben in Echtzeit.
Und manchmal ist Überleben am Montag schon genug Leistung.
Jetzt sag ehrlich: Hattest du heute auch so einen „eigentlich nichts, aber alles“-Tag?

%20(.jpg)

