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  • Jacqueline Christ
  • vor 2 Stunden
  • 1 Min. Lesezeit

Heute war so ein Tag, der in einzelnen Sequenzen betrachtet völlig harmlos aussieht – aber in der Summe olympisches Niveau hat.


In der Praxis lief alles schräg. Nichts Dramatisches. Einfach viele kleine Dinge, die nicht rund laufen. Missverständnisse, Umstellungen, dieser Moment, in dem man merkt: Heute braucht alles doppelt so viel Energie.


Dann Zugverspätung. Natürlich.

Kinder zu spät abgeholt. Dieses unterschwellige schlechte Gewissen inklusive.

Und noch schnell beim Papi vorbeifahren, weil die extrem wichtigen Hausaufgaben, die selbstverständlich morgen gebraucht werden, noch dort liegen. Klar.


Endlich in der Wohnung angekommen. Um dann gleich zu merken: wir haben alles im Auto liegen gelassen. Meine Geduld wahrscheinlich auch.

Also wieder runter.


Als krönender Abschluss fällt mir noch ein Ohrstecker in den Abfluss. Und ich stehe da und denke nur: Ernsthaft jetzt?


Keines dieser Dinge ist schlimm. Nichts davon ist eine Katastrophe. Aber wenn sie sich stapeln, fühlt sich der Tag plötzlich an wie ein Hindernisparcours, für den man sich nie angemeldet hat.


Und genau das ist es doch oft im Mama-Alltag: Es ist nicht das eine grosse Drama. Es sind die vielen kleinen Dinge, die Energie ziehen. Die summieren. Die leise drücken.


Früher hätte ich mich über mich selbst geärgert. Heute lache ich irgendwann. Nicht sofort. Aber irgendwann.

Weil ich weiss: das ist Leben in Echtzeit.

Und manchmal ist Überleben am Montag schon genug Leistung.


Jetzt sag ehrlich: Hattest du heute auch so einen „eigentlich nichts, aber alles“-Tag?


Der Tropfen, der heute fast das Fass zum Überlaufen brachte
Der Tropfen, der heute fast das Fass zum Überlaufen brachte

 
 
 

Trigger kennen wir alle. Als Mama sogar im Multipack.

Das falsche Wort im falschen Moment. Das umgekippte Glas. Das „Maaaami!“ zum exakt unpassendsten Zeitpunkt. Der Blick auf die To-do-Liste um 21:47 Uhr.

Unser Nervensystem ist schnell. Es scannt Gefahren. Stress. Druck. Überforderung. Das ist biologisch sinnvoll. Der sogenannte Negativitätsbias sorgt dafür, dass wir potenzielle Bedrohungen schneller wahrnehmen als schöne Momente. Evolutionär top. Für den Familienalltag? Mittelmässig hilfreich.


Aber kennst du auch das Gegenteil von Trigger?

Es nennt sich Glimmers.


Glimmers sind Mini-Momente von Sicherheit, Wärme und Freude. Sie sind klein. Unspektakulär. Fast unscheinbar. Also quasi Glimmers im Alltag. Und genau deshalb übersehen wir sie so oft.

Ein Glimmer ist:

– Der erste Schluck Kaffee, der tatsächlich noch heiss ist.

– Dein Kind, das dir plötzlich sagt: „Mami, du bisch die Bescht.“

– Dein Hund, der seinen Kopf schwer auf deinen Schoss legt.

– Ein Sonnenstrahl in deiner Küche.

– Der Moment, in dem du merkst: Ich habe das heute irgendwie geschafft.


Glimmers aktivieren dein parasympathisches Nervensystem – also den Teil, der für Ruhe, Sicherheit und Regeneration zuständig ist. Sie signalisieren deinem Körper: Du bist nicht in Gefahr. Es ist okay.


Und jetzt kommt der entscheidende Punkt:

Dein Gehirn verstärkt, worauf du deinen Fokus richtest.

Das nennt sich neurobiologische Aufmerksamkeitslenkung. Wenn du bewusst beginnst, Glimmers wahrzunehmen, trainierst du dein Nervensystem auf Sicherheit statt auf Dauer-Alarm.


Nein, das ist keine rosarote-Brille-Positivität. Es ist Training.


Ich hatte früher viele Trigger. (Ich habe heute noch manche.) Vor allem in Zeiten von Umbruch. Trennung. Neu anfangen. Alleine organisieren. Verantwortung tragen. Es gab Tage, da hätte ich locker zehn Dinge aufzählen können, die nicht funktioniert haben.


Heute mache ich etwas anderes. Ich sammle Glimmers.

Zum Beispiel:

– Wenn ich merke, dass ich Dinge alleine lösen kann.

– Wenn ich Hilfe annehme, statt alles selbst zu tragen.

– Wenn ich abends in meiner Wohnung sitze und denke: Das ist mein Leben. Und ich baue es mir neu.

– Wenn ich über mich selbst lache, weil ich wieder einmal etwas komplett nicht zu Ende gedacht habe

– und trotzdem eine Lösung finde.


Als Mama wirst du Trigger nicht los. Das ist illusorisch. Aber du kannst entscheiden, ob sie die Hauptrolle spielen.


Vielleicht ist dein Alltag nicht voller Stress. Vielleicht schaust du nur am falschen Ort.


Mach heute ein Experiment.

Such dir drei Glimmers.

Nicht die grossen. Nicht die perfekten. Die kleinen.

Wo hast du heute kurz aufgeatmet? Wann hast du gelächelt? Was war leichter als gedacht?


Du brauchst kein perfektes Leben. Du brauchst trainierte Wahrnehmung.

Und wenn du ehrlich bist: Du findest immer eine Lösung. Als Mama sowieso.

Vielleicht ist genau das dein grösster Glimmer.


Glimmers

 
 
 

Manchmal bestellt man eine Gartenlounge. Und manchmal bestellt man eine Gartenlounge… ohne zu überlegen, dass man alleine wohnt.

Und dass „Lieferung bis Bordsteinkante“ offenbar heisst: Wir stellen dir ein Möbelstück in der Grösse eines Kleinwagens vor die Haustür und wünschen dir viel Erfolg im Leben.


Da stand sie also. Gross. Schwer. Unbeeindruckt. Und ich? Leicht überfordert. Minimal.


Erster Gedanke: „Super, Jacqueline. Wirklich super. Was genau war der Plan?“

Zweiter Gedanke: „Okay. Atmen. Lösungen denken. Kein Drama.“

Dritter Gedanke: „Ich wohn doch im 2. Stock einer Mucki-Bude…“


Selbständigkeit heisst nicht, alles alleine schleppen zu müssen

Es gibt diesen Mythos, dass man als alleinstehende Mama alles alleine können muss. Stark. Unabhängig. Souverän. Am besten noch mit lässigem Dutt und Latte Macchiato in der Hand.


Realität? Du stehst vor einem 40-Kilo-Paket und überlegst kurz, ob du es vielleicht rollen kannst. Oder teleportieren. Oder ob ein Kran mietbar wäre.


Selbständigkeit bedeutet nicht, keine Hilfe zu brauchen. Selbständigkeit bedeutet, zu wissen, wo du sie bekommst.


Also bin ich runter. Freundlich gelächelt. Kurz meine Situation erklärt.

Und zwei Minuten später trugen zwei nette Jungs meine Gartenlounge die Treppe hoch, während ich innerlich dachte: „Notiz an mich: Beim nächsten Mal Lieferung mit Montage buchen.“


Über sich selbst lachen ist eine Superpower

Früher hätte ich mich vielleicht geärgert. Über meine „Unüberlegtheit“. Über den Aufwand. Über das Nicht-vorausdenken.

Heute? Ich musste schmunzeln.

Weil genau das Leben ist. Du triffst Entscheidungen mit den Infos, die du in dem Moment hast. Und manchmal fehlt halt die Info „Du wohnst alleine, Schätzchen.“

Aber weisst du was? Ich habe es gelöst. Nicht perfekt geplant. Aber flexibel reagiert.

Und das ist echte Stärke.


Als Mama findest du immer eine Lösung


Als Mama entwickelst du ein unfassbares Problemlösungszentrum im Gehirn.

Kind hat den Turnsack vergessen? Milch leer um 06:57 Uhr? Pubertierendes Teenager-Drama? Gartenlounge am Hauseingang? Easy...


Du lernst, nicht in Problemen zu denken, sondern in Optionen.

Und genau das ist Selbständigkeit. Nicht Fehlerfreiheit. Sondern Handlungsfähigkeit.


Das Leben ist kein perfekt durchgeplantes Pinterest-Board

Wir denken oft, wir müssten alles im Griff haben. Jede Entscheidung durchdenken. Jede Eventualität einplanen.

Aber ganz ehrlich? Das Leben ist chaotisch. Unpraktisch. Manchmal schwer. Manchmal absurd.


Und wenn du dann statt Selbstvorwürfen einfach lachen kannst – über deine eigene Naivität, deinen Optimismus oder deine spontane „Ich schaff das schon“-Energie – dann passiert etwas Wunderschönes:

Der Druck geht raus.

Du wirst leichter.


MamiBalance bedeutet: Stärke mit Augenzwinkern

Balance heisst nicht, alles perfekt zu meistern. Balance heisst, dich selbst nicht zu ernst zu nehmen.


Ich bin eine selbständige Frau. Ich manage Kinder, Job, Projekte, Visionen. Und ja – ich vergesse manchmal, dass eine Gartenlounge schwer ist.

Und genau das macht mich menschlich.

Wenn du über dich selbst lachen kannst, dann bist du frei.

Frei von Perfektionsdruck. Frei von „Ich müsste es besser wissen“. Frei von diesem inneren Kritiker, der sowieso nie zufrieden ist.


Fazit: Du bist stärker, als du denkst

Vielleicht steht bei dir keine Gartenlounge vor der Tür. Vielleicht ist es eine Rechnung, eine Entscheidung, ein Gespräch, das du vor dir herschiebst.


Atme.

Du wirst eine Lösung finden. Du findest immer eine Lösung. Als Mama sowieso.

Und wenn du danach über dich selbst schmunzeln kannst –dann hast du nicht nur das Problem gelöst.

Sondern dich selbst ein Stück weiterentwickelt.

Mit Augenzwinkern. Und innerer Stärke.


Mein Balkon

 
 
 

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