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  • Jacqueline Christ
  • 5. März
  • 2 Min. Lesezeit

Es gibt Tage, da fühlt sich alles plötzlich schwer an.


Nicht, weil etwas Dramatisches passiert ist. Kein Weltuntergang, kein grosses Ereignis, das alles verändert. Sondern einfach ein Stress. Ein paar Worte zu viel. Ein paar Emotionen, die hochgekocht sind. Und plötzlich sitzt da dieser Knoten im Bauch, der sich nicht so leicht wieder löst.


Seit zwei Tagen begleitet mich genau dieses Gefühl.

In den letzten Tagen hat mich etwas beschäftigt, das mir mehr nachgeht, als ich gedacht hätte. Nichts, was ich hier im Detail ausbreiten möchte – manche Dinge gehören einfach ins private Leben. Aber manchmal reichen ein paar Worte, ein Moment, eine Situation, und plötzlich merkt man, dass etwas im Inneren noch massiv nachhallt.


Ich habe in den letzten Tagen oft gedacht: Heute würde ich am liebsten einfach gar nichts machen.

Keinen Beitrag schreiben. Keine Motivation verbreiten. Keine klugen Gedanken formulieren.


Einfach kurz aussteigen aus diesem ganzen „Ich hab alles im Griff“-Modus, der im Alltag als Mama irgendwie automatisch dazugehört.

Denn die Wahrheit ist: Der Alltag wartet ja nicht darauf, bis sich die Gefühle wieder sortiert haben.


Die Kinder stehen morgens trotzdem vor einem und fragen, wo ihre Socken sind, warum der Zmorgesaft auf dem Tisch weniger kalt ist als gestern und überlegen volle 3 Minuten, ob sie heute Toast oder Cornflakes essen wollen Der Hund möchte raus. Die Arbeit wartet. Der Kühlschrank ist auch nicht plötzlich von alleine voll.


Das Leben läuft einfach weiter.


Und während man funktioniert – Brote streicht, Termine koordiniert, Wäsche zusammenlegt, Nachrichten beantwortet – läuft irgendwo im Hintergrund dieser innere Film weiter. Gedanken, die man eigentlich gerne kurz ausschalten würde.

Manchmal denke ich dann: Es ist erstaunlich, wie viel eine Mutter gleichzeitig tragen kann.

Organisation. Verantwortung. Emotionen. Und dieses permanente Bemühen, für alle da zu sein.


Gerade wenn man getrennt ist, fühlt sich manches noch einmal ein Stück intensiver an. Weil viele Entscheidungen alleine getroffen werden müssen. Weil Gespräche manchmal kompliziert sind. Weil alte Geschichten immer wieder kurz anklopfen, auch wenn man denkst, schon längst weitergegangen zu sein.


Und trotzdem steht man morgens wieder auf. Nicht unbedingt voller Energie. Nicht unbedingt mit der besten Laune. Aber man steht auf.


Ich glaube, genau hier liegt etwas, das wir viel zu selten sehen: Stärke fühlt sich nicht immer stark an. Manchmal ist Stärke einfach nur das stille Weitermachen. Das Durchatmen. Das Sich-selbst-Sagen: Okay. Heute ist nicht mein bester Tag. Aber ich komme da durch.


Heute bin ich also vielleicht kein Power-Mami.

Heute bin ich einfach eine Mama, die gerade einen schwierigen Moment hat. Eine Frau, die auch mal traurig oder genervt sein darf. Eine Person, die nicht immer alles perfekt im Griff hat.


Das ist völlig in Ordnung.

Balance bedeutet nicht, dass immer alles leicht ist. Balance bedeutet manchmal einfach nur, dass man sich erlaubt, auch die schweren Tage zu fühlen – ohne daran stehen zu bleiben.


Morgen sieht die Welt vielleicht schon wieder ein bisschen freundlicher aus.

Und bis dahin reicht es völlig, einfach weiterzugehen. Schritt für Schritt.


No power

 
 
 
  • Jacqueline Christ
  • 2. März
  • 1 Min. Lesezeit

Heute war so ein Tag, der in einzelnen Sequenzen betrachtet völlig harmlos aussieht – aber in der Summe olympisches Niveau hat.


In der Praxis lief alles schräg. Nichts Dramatisches. Einfach viele kleine Dinge, die nicht rund laufen. Missverständnisse, Umstellungen, dieser Moment, in dem man merkt: Heute braucht alles doppelt so viel Energie.


Dann Zugverspätung. Natürlich.

Kinder zu spät abgeholt. Dieses unterschwellige schlechte Gewissen inklusive.

Und noch schnell beim Papi vorbeifahren, weil die extrem wichtigen Hausaufgaben, die selbstverständlich morgen gebraucht werden, noch dort liegen. Klar.


Endlich in der Wohnung angekommen. Um dann gleich zu merken: wir haben alles im Auto liegen gelassen. Meine Geduld wahrscheinlich auch.

Also wieder runter.


Als krönender Abschluss fällt mir noch ein Ohrstecker in den Abfluss. Und ich stehe da und denke nur: Ernsthaft jetzt?


Keines dieser Dinge ist schlimm. Nichts davon ist eine Katastrophe. Aber wenn sie sich stapeln, fühlt sich der Tag plötzlich an wie ein Hindernisparcours, für den man sich nie angemeldet hat.


Und genau das ist es doch oft im Mama-Alltag: Es ist nicht das eine grosse Drama. Es sind die vielen kleinen Dinge, die Energie ziehen. Die summieren. Die leise drücken.


Früher hätte ich mich über mich selbst geärgert. Heute lache ich irgendwann. Nicht sofort. Aber irgendwann.

Weil ich weiss: das ist Leben in Echtzeit.

Und manchmal ist Überleben am Montag schon genug Leistung.


Jetzt sag ehrlich: Hattest du heute auch so einen „eigentlich nichts, aber alles“-Tag?


Der Tropfen, der heute fast das Fass zum Überlaufen brachte
Der Tropfen, der heute fast das Fass zum Überlaufen brachte

 
 
 

Trigger kennen wir alle. Als Mama sogar im Multipack.

Das falsche Wort im falschen Moment. Das umgekippte Glas. Das „Maaaami!“ zum exakt unpassendsten Zeitpunkt. Der Blick auf die To-do-Liste um 21:47 Uhr.

Unser Nervensystem ist schnell. Es scannt Gefahren. Stress. Druck. Überforderung. Das ist biologisch sinnvoll. Der sogenannte Negativitätsbias sorgt dafür, dass wir potenzielle Bedrohungen schneller wahrnehmen als schöne Momente. Evolutionär top. Für den Familienalltag? Mittelmässig hilfreich.


Aber kennst du auch das Gegenteil von Trigger?

Es nennt sich Glimmers.


Glimmers sind Mini-Momente von Sicherheit, Wärme und Freude. Sie sind klein. Unspektakulär. Fast unscheinbar. Also quasi Glimmers im Alltag. Und genau deshalb übersehen wir sie so oft.

Ein Glimmer ist:

– Der erste Schluck Kaffee, der tatsächlich noch heiss ist.

– Dein Kind, das dir plötzlich sagt: „Mami, du bisch die Bescht.“

– Dein Hund, der seinen Kopf schwer auf deinen Schoss legt.

– Ein Sonnenstrahl in deiner Küche.

– Der Moment, in dem du merkst: Ich habe das heute irgendwie geschafft.


Glimmers aktivieren dein parasympathisches Nervensystem – also den Teil, der für Ruhe, Sicherheit und Regeneration zuständig ist. Sie signalisieren deinem Körper: Du bist nicht in Gefahr. Es ist okay.


Und jetzt kommt der entscheidende Punkt:

Dein Gehirn verstärkt, worauf du deinen Fokus richtest.

Das nennt sich neurobiologische Aufmerksamkeitslenkung. Wenn du bewusst beginnst, Glimmers wahrzunehmen, trainierst du dein Nervensystem auf Sicherheit statt auf Dauer-Alarm.


Nein, das ist keine rosarote-Brille-Positivität. Es ist Training.


Ich hatte früher viele Trigger. (Ich habe heute noch manche.) Vor allem in Zeiten von Umbruch. Trennung. Neu anfangen. Alleine organisieren. Verantwortung tragen. Es gab Tage, da hätte ich locker zehn Dinge aufzählen können, die nicht funktioniert haben.


Heute mache ich etwas anderes. Ich sammle Glimmers.

Zum Beispiel:

– Wenn ich merke, dass ich Dinge alleine lösen kann.

– Wenn ich Hilfe annehme, statt alles selbst zu tragen.

– Wenn ich abends in meiner Wohnung sitze und denke: Das ist mein Leben. Und ich baue es mir neu.

– Wenn ich über mich selbst lache, weil ich wieder einmal etwas komplett nicht zu Ende gedacht habe

– und trotzdem eine Lösung finde.


Als Mama wirst du Trigger nicht los. Das ist illusorisch. Aber du kannst entscheiden, ob sie die Hauptrolle spielen.


Vielleicht ist dein Alltag nicht voller Stress. Vielleicht schaust du nur am falschen Ort.


Mach heute ein Experiment.

Such dir drei Glimmers.

Nicht die grossen. Nicht die perfekten. Die kleinen.

Wo hast du heute kurz aufgeatmet? Wann hast du gelächelt? Was war leichter als gedacht?


Du brauchst kein perfektes Leben. Du brauchst trainierte Wahrnehmung.

Und wenn du ehrlich bist: Du findest immer eine Lösung. Als Mama sowieso.

Vielleicht ist genau das dein grösster Glimmer.


Glimmers

 
 
 
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